Unsere Veranstaltungen vom 1. bis 8. Februar

Freitag, 1. Februar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule

17.30 Uhr Flötenkreis

20.00 Uhr Jugendcafé Colored Break

Samstag, 2. Februar

10.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

19.00 Uhr Lobpreis-Session

Sonntag, 3. Februar

14.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Montag, 4. Februar

15.00 Uhr Treffen der älteren Generation

18.30 Uhr Singkreis 19.00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”

20.00 Uhr Posaunenchor

Dienstag, 5. Februar

9.30 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

16.15 Uhr Jungschargruppe KiKi für Kinder der ersten bis dritten Klasse

20.00 Uhr Bibelgesprächskreis

Mittwoch, 6. Februar

9.00 Uhr Ökumenisches Frauenfrühstück

14.45 Uhr und 16.15 Uhr Konfirmandenkurs

19.30 Uhr Expedition durch die Bibel

20.00 Uhr Konfirmanden-Elternabend

Donnerstag, 7. Februar

10.00 Uhr Senioren-Kochtreffen “Gemeinsam Genießen”

17.00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

19.30 Uhr Jugendhauskreis

Freitag, 8. Februar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule

17.30 Uhr Flötenkreis

19.00 Uhr Jugendkreis Connect

Unsere Gottesdienste und Andachten im Februar 2019

Samstag 02.02.2019 19.00 Uhr Lobpreis-Session Gemeindesaal /

Evang. Gemeindezentrum

Sonntag 03.02.2019 10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl,

Minikirche und Bibelbande

Johanneskirche
Freitag 08.02.2019 15.30 Uhr Gottesdienst Erich-Burger-Heim
Sonntag 10.02.2019 10.00 Uhr Gottesdienst mit Posaunenchor,

Minikirche und Bibelbande

Johanneskirche
Donnerstag 14.02.2019 14.00 Uhr Atempause Krankenhauskapelle
    20.00 Uhr Ökumenisches Stadtgebet Konkordia-Gemeinde
Sonntag 17.02.2019 10.00 Uhr Gottesdienst mit Flötenkreis,

Minikirche und Bibelbande

Johanneskirche
Donnerstag 21.02.2019 19 Uhr Taizé-Abendgebet Krankenhauskapelle
Freitag 22.02.2019 15.30 Uhr Gottesdienst Erich-Burger-Heim
Sonntag 24.02.2019 10.00 Uhr Park & Pray – Gottesdienst mit Taufen,

Minikirche und Bibelbande

Johanneskirche

Unsere Veranstaltungen vom 25. Januar bis 1. Februar 2019

Freitag, 25. Januar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule 17.30 Uhr Flötenkreis 19.00 Uhr Jugendkreis Connect

Samstag, 26. Januar

10.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Sonntag, 27. Januar

14.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Montag, 28. Januar

18.30 Uhr Singkreis 19.00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”

20.00 Uhr Posaunenchor

Dienstag, 29. Januar

9.30 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

16.15 Uhr Jungschargruppe KiKi für Kinder der ersten bis dritten Klasse

Mittwoch, 30. Januar

14.45 und 16.15 Uhr Konfirmandenkurs

Donnerstag, 31. Januar

17.00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

Freitag, 1. Februar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule

17.30 Uhr Flötenkreis

20.00 Uhr Jugendcafé Colored Break

Kinderfreizeit 2019

Kinderfreizeit im Forsthaus Michelbuch vom 29.07. – 03.08. 2019 für Kinder von 8 bis 13 Jahren

Jedes Jahr ein neues Abenteuer! Unsere Kinderfreizeit führt uns im 4. Jahr nach Michelbuch. Wir zelten hinter einem wildromantischen Forsthaus inmitten von Wald, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, und man abends den Sternenhimmel betrachten kann. Das Besondere in diesem Jahr wird eine Übernachtung im Baumhaus sein!

Geländespiele, Sport, Theater, Kreativ werden, Kochen auf dem Lagerfeuer, fetzige Lieder, spannende Bibelstorys- diese Dinge gehören fest zu unserem Programm: eine Woche lang jeden Tag Sachen erleben, die Spaß machen!

Die Freizeit wird geleitet von Ute Gatz und einem Team von Ehrenamtlichen der Ev. Kirchengemeinde Bühl.

Wir lagern mit unseren 8-Mann-Zelten auf der Wiese hinter dem Freizeithaus, das mit Gruppenräumen, einer tollen Küche und genügend Sanitäreinrichtungen ausgestattet ist!

Infos unter:
www.forsthaus-michelbuch.org

Anmeldung und Flyer (PDF)

Unsere Veranstaltungen vom 18. bis 25. Januar 2019

Freitag, 18. Januar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule

17.30 Uhr Flötenkreis

19.00 Uhr Jugendkreis Connect

Samstag, 19. Januar

10.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Sonntag, 20. Januar

14.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Montag, 21. Januar

15.00 Uhr Treffen der älteren Generation

18.30 Uhr Singkreis

19.00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”

20.00 Uhr Posaunenchor

Dienstag, 22. Januar

9.30 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

16.15 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse

20.00 Uhr Bibelgesprächskreis

Mittwoch, 23. Januar

14.45 Uhr und 16.15 Uhr Konfirmandenkurs

19.30 Uhr Expedition durch die Bibel

Donnerstag, 24. Januar

10.00 Uhr Senioren-Kochtreffen “Gemeinsam Genießen”

17.00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

18.45 Uhr Meditatives Tanzen

19.30 Uhr Jugendhauskreis

20.00 Uhr Gesprächsrunde über den Glauben

Freitag, 25. Januar

15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule

17.30 Uhr Flötenkreis

19.00 Uhr Jugendkreis Connect

 

Das glaub ich (nicht) – Glaubenskurs 2019

Glauben entdecken 2019 – für Glaubende und Zweifler

Die Kirchengemeinde lädt zum Glaubenskurs 2019 ein. Das Team freut sich auf interessierte Gesprächspartner, die gerne mit anderen über die zentralen Fragen des christlichen Glaubens nachdenken und reden möchten. An sechs aufeinanderfolgenden Dienstagabenden stehen folgende Themen auf dem Programm: was heißt das „Glauben“; wer ist der „liebe Gott“; warum lässt Gott das Leiden zu; wer war und ist Jesus Christus …?

Jeder Abend beginnt mit einem kleinen Imbiss, gefolgt von einem Vortrag zum Thema. Vor allem aber soll es Zeit zum Reden geben und Gelegenheit, eigene Erfahrungen, Fragen und Standpunkte einzubringen.

Der Kurs beginnt am 12. März im evangelischen Gemeindezentrum (Johannesstraße 5); weitere Termine: 19.  und 26. März, 2., 9. und 16. April, (jeweils 19.30 bis 21.30 Uhr). Infos und Anmeldung im Gemeindebüro (Tel. 22704) oder über glaubenskurs@evkirchebuehl.de.

Flyer Glaubenskurs 2019 zum Download (PDF)

Mit einem Klick zur Seite „Glaubenskurs.“

Unsere Veranstaltungen vom 7. bis 18. Januar 2019

 

Montag  07.01.2019  18.30 Uhr Singkreis
  19.00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”
  20.00 Uhr Posaunenchor
Dienstag 08.01.2019 9.30 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder
16.15 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse
20.00 Uhr Bibelgesprächskreis
Mittwoch 09.01.2019 14.45 Uhr  & 16.15 Uhr Konfirmandenkurs
Donnerstag 10.01.2019 10.00 Uhr Senioren-Kochtreffen
17.00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse
19.00 Uhr Taizegebet in der Krankenhauskapelle
19.30 Uhr Jugendhauskreis
Freitag 11.01.2019 15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule
17.30 Uhr Flötenkreis
20.00 Uhr Jugendcafé Colored Break
Samstag 12.01.2019 9.00 Uhr Bibelbande-Workshop
17.00 Uhr Nachtreffen Weihnachtsmusical
Montag 14.01.2019 18.30 Uhr Singkreis
19.00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”
20.00 Uhr Posaunenchor
Dienstag 15.01.2019 9.30 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder
16.15 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse
Mittwoch 16.01.2019 14.45 Uhr & 16.15 Uhr Konfirmandenkurs
Donnerstag 17.01.2019 17.00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse
Freitag 18.01.2019 15.00 Uhr Jugendkreis Sport-Spiel-Spaß in der Aloys-Schreiber-Schule
17.30 Uhr Flötenkreis
19.00 Uhr Jugendkreis Connect
Samstags 10.00 Uhr Versammlung der Aussiedler
Sonntags 14.00 Uhr Versammlung der Aussiedler

 

 

Weihnachtspredigt 2018: Und es waren Hirten auf den Feldern

und es waren Hirten auf den Feldern

Predigt über Lk 2,1-20
Christvesper 2018 / Johanneskirche Bühl

I
Stille Nacht, liebe weihnachtliche Gemeinde? Vielleicht bei Josef Mohr im Pfarrhaus in Österreich, als jener Geistliche vor zweihundert Jahren dieses inzwischen weltweit bekannteste Weihnachtslied gedichtet hat. – Stille Nacht? Vielleicht in unserer Sehnsucht nach Stille und Frieden nach diesem aufregenden Jahr 2018. Wo es nicht nur politisch viel Lärm gab: Theaterdonner und eitles Getöse, Kriegslärm und Protestgeschrei und die Hilferufe der Schiffbrüchigen im Mittelmeer – weit weg. Aber es gab 2018 auch Unruhe und Lärm bei uns persönlich, vielleicht sogar besonders in den vergangenen Tagen. Ganz abgesehen von der Unruhe in mir drin, die ja kein anderer hört. – Stille Nacht? Nein, nicht wirklich, und auch damals nicht. Denn Geburten sind selten geräuschlos; und dann waren da auch noch die Engel mit ihrem himmlischen Orchester und der Percussion-Gruppe und dem gigantisch großen Chor. Und die vielen Leute, die zur Krippe kamen, die Hirten draußen auf den Feldern und die Herden. Ein Lied, das wir bis heute zu Weihnachten in unserer Familie singen, heißt darum auch: Glaubt nicht, sie war ganz leise, die erste heil‘ge Nacht …, die Könige auf der Reise und die Hirten, die haben Lärm gemacht. Aber damit es nicht zu laut wird, hab ich von dem Hirtenvolk da drüben nur diesen einen kleinen Hirten ausgesucht, der heute während der Predigt auf dem Altar stehen darf, mit Hirtenstab und Hut, mit seinen riesigen Füßen und dem kleinen Kopf.

Kurze Frage: wer war letztes Jahr an Heiligabend auch hier in der Kirche und vielleicht auch in den Jahren davor? Und wer hat überlegt, welche von den Tonfiguren aus der Krippe heute wohl hervorgeholt und ins Licht gestellt wird? – Keine Sorge, das wird jetzt kein Abfragen und niemand hat den Anschluss verpasst. Aber wir sind weitgehend mit den Figuren durch, und die größte Gruppe kommt zum Schluss: die Hirten mit ihren Herden. Da drüben stehen sie, ganz nahe bei dem Engel mit den erhoben Armen; einem fällt schier die Flöte aus der Hand, die anderen schauen entsetzt, vermutlich haben sie geschrien, dazu die aufgebrachten Schafe und der kläffende Hund – Stille Nacht?

Drei Fragen heute Abend:

  1. Zunächst: Warum ist der Engel ausgerechnet zu den Hirten gegangen mit seiner himmlischen Lobpreisband?
  2. Und: was hatte Jesus mit den Hirten zu tun, der kleine und später der große Jesus? Welche Verbindung gibt es da?
  3. Und schließlich: was bedeutet das für uns?

II
Aber zunächst: Warum ist der Engel ausgerechnet zu den Hirten gegangen? Warum hat er denen ausgerechnet Nachricht von Jesu Geburt überbracht, dazu dieses gigantische Galakonzert – für solche Leute? Ganz gewiss war das kein Zufall, etwa weil sonst niemand anders mehr wach war oder weil die Engel sich im Dunkeln verflogen hatten und dann die Hirtenfeuer sahen. Nein, dieser Besuch war gewollt und geplant und ganz gezielt. Weil Gott auf diese Weise die Vergangenheit Israels mit hinein genommen hat in den Neubeginn, die Erinnerung an den Anfang der Geschichte Gottes mit seinem erwählten Volk: nämlich mit Abraham und Isaak und Jakob … – die waren alle Hirten und Nomaden, Nichtsesshafte, die draußen lebten und umherzogen mit ihren großen Herden. An diesen Anfang der Geschichte knüpft Gott an, wenn er jetzt neu Geschichte schreibt.

Denn längst war diese Kultur der Hirten weitgehend versunken. Nomaden waren eher eine Randerscheinung. Längst waren die Leute sesshaft geworden, lebten in Dörfern und Städten als Bauern und Handwerker, Dienstleister und Beamte. Und denen war das Hirtenvolk nicht wirklich geheuer. Die Idylle, wie wir sie heute gerne zeichnen: Schäferromantik und wandernde Beschaulichkeit, war damals schon verkehrt und hat es nie gegeben. Das Hirtenleben war ein Knochenjob: anstrengend, hart und gefährlich. Dazu das schlechte Image: Hirten galten als unzivilisiert und unzuverlässig, Leute, denen man nicht trauen kann, die auch mal was mitgehen lassen. Männer – ja weitgehend Männer, die nach Mist und Erde stinken, nach Tieren und Schweiß. Menschen am Rand der Gesellschaft, draußen, und die am besten auch da draußen bleiben. – Diese Leute sucht der Engel Gottes auf. Jener feine und gepflegte und vermutlich nach Lilien duftende Abgesandte des Höchsten sucht diese Gesellschaft auf. Das heißt: er ging mit seiner wahrlich weltbewegenden Botschaft nicht in das damalige Zentrum der Macht: der Weltmacht in Rom oder wenigstens in den Königspalast zu Jerusalem – also auch nicht zuerst ins Weiße Haus in Washington oder ins Kanzleramt in Berlin. Und der Engel ging nicht ins Zentrum der Religion: in den Tempel des Zeus oder Jupiter oder in den Tempel in Jerusalem, wo die Hohepriester und die Gelehrten doch auf eben diese Nachricht warteten – also auch nicht in den Vatikan in Rom oder zum Oberkirchenrat in Karlsruhe. Nein, der Bote Gottes ging aufs freie Feld, nach draußen in die Wildnis, in die Unordnung und zu den Analphabeten. Am vergangenen Donnerstag waren wir – also die gleiche Besetzung mit dem Flötenkreis – zur Vorweihnachtsfeier im Bühler Frauengefängnis. Und nun stellt euch vor: wir bekämen eine neue Bundeskanzlerin oder einen neuen Vorsitzenden des Bundesverfassungsgerichts – immerhin der dritte Mann im Staat. Und diese Nachricht würde gezielt nicht durch den Regierungssprecher und das Bundespressezentrum verkündet, sondern der zuständige Staatssekretär würde persönlich zuerst ins Bühler Frauengefängnis fahren und dort exklusiv den Gefangenen berichten. Ähnlich ungewöhnlich, ja bizarr ist diese nächtliche Aktion, die wir vorhin aus dem Lukasevangelium gehört haben. Gott stellt – offenbar mit großem Vergnügen und mit viel Humor – die Ordnung in der Welt mal eben auf den Kopf. Hätte nicht wenigstens der Bürgermeister oder der Stadtpfarrer von Bethlehem informiert werden können? Aber Gott schickt seinen Oberengel zu den Hirten, nach draußen in die Dunkelheit zu diesen zwielichtigen Gestalten.

III
Warum? Weil das dem Wesen Jesu entspricht und seinem Auftrag. Und damit sind wir beim Zweiten: Was hatte Jesus mit den Hirten zu tun? Welche Verbindung zeichnet sich hier ab? Wieder müssen wir erst mal einen Schritt zurück in die Geschichte. Denn König David – und an ihn schließt Jesus an als „Davids Sohn“ (so wird er später genannt) in Davids Herkunftsstadt in Bethlehem. Denn König David war auch ursprünglich ein Hirtenjunge, der jüngste in einer Familie mit starken und aufrechten und stolzen Brüdern. Und dann war ausgerechnet er der Erwählte – der Kleinste, den keiner beim Königs-Casting auf der Rechnung hatte. Und das passt zu der Geschichte Jesu, zu diesem unehelich gezeugten Sohn der Teenagermutter Maria. Mit einem solchen Kind hatte auch keiner gerechnet. Obwohl es immerhin in der Bibel stand. Wir haben die Worte aus dem Propheten Micha ja vorhin gehört.

Und so wurde Jesus auch ein König und ein Hirte, allerdings von eigener und anderer Art: der gute Hirte, der sein Volk Israel und mit ihm alle Menschen weidet, der uns durch die Wildnis dieser Welt führt und zuletzt durch das finstere Tal der Todesschatten, der dort sein Leben lässt für seine Herde, der sich dem Raubtier in uns entgegenstellt und sich zerreißen lässt, damit wir davon kommen und leben. So ein Hirte ist Jesus geworden, der mit dem Stecken und dem Stab uns tröstet, mit seinem Kreuz. Der „Heiland“ – was für ein schönes altes Wort – der heil macht, was uns an Leib und Seele kränkt und schmerzt und irgendwann umbringt. „Fürchtet euch nicht“ – das sind die Worte, die Jesus selber später immer wieder sagt: den Kranken und den Angegriffenen, den Erschöpften und Enttäuschten, den Ängstlichen mitten im Sturm auf dem See, den Freunden, denen er am Ostermorgen das Grab geöffnet hat, die Tür zu einem neuen Leben in einer neuen Dimension und Qualität. „Fürchtet euch nicht“ – wovor fürchtest Du Dich in diesen Tagen: Schatten deiner Vergangenheit; Verwirrungen und Spannungen in Deiner Gegenwart; Ungewissheit und Furcht vor dem, was kommt? – Fürchte dich nicht! Siehe ich verkündige euch – und eben heute Dir: große Freude, groß genug, so dass es für alle Menschen reicht. Nicht nur bis zu den Leuten in der Reihe vor Dir oder nur für die, die öfter in die Kirche gehen und irgendwie halt richtig glauben können. Nein, es gilt wirklich Dir: Fürchte Dich nicht! Denn, der da in die Welt kam: der König, Gott selbst in diesem Kind – ER hat tatsächlich Dich gemeint und Dich im Blick!

IV
Und damit sind wir beim letzten Punkt, nämlich was das für uns bedeutet: diese Hirtengeschichte und der Glanz in der Nacht, die Nachricht des Engels und die überirdisch schöne Musik. Es bedeutet für uns: dass Gott sich nicht an hohe Feiertage und an besondere Räume bindet. Sondern dass er bis heute unerwartet da auftaucht, wo wir kaum mit ihm rechnen: im Alltag und im ganz normalen Leben. Da kann es geschehen, dass Gott den Vorhang zur Seite zieht und uns seine Wirklichkeit neu zeigt, nämlich dass der Himmel offen steht und dass er leuchtet in unser gewöhnliches Allerlei und in unsere Finsternis hinein. Dass Gott mich überrascht an meinem Arbeitsplatz und dass er auf meinen Spannungsfeldern auftaucht, da wo Mist gebaut wird und wo’s mir stinkt, bei all dem Geblöke und Gemecker und wo ich manchmal kein Bock mehr hab, wo mir das Feuer fast erlischt und wo es kalt wird in meiner Nacht. Da ist Gott gegenwärtig, unerwartet, schon die ganze Zeit, und macht jetzt das Licht an und lädt uns zum Mitsingen ein.

Und wenn wir dann so wie die Hirten losgehen und nachprüfen, ob das denn auch so stimmt, was wir hier hören dann werden wir auch fündig werden und Gott begegnen in einem gewöhnlichen Stall, in Deinem Alltag und hier in der Gemeinde und in der Bibel – das ist heute seine Krippe, in der wir ihn finden. Oder im März beim Glaubenskurs, wo wir gemeinsam nachfragen und prüfen, ob sich den wirklich was verändert durch das Vertrauen auf Christus, in unserem Leben und in dieser schrecklichen und schönen Welt? Lasst uns hingehen und nachsehen, so wie die Hirten. Für gewöhnlich waren das eher schweigsame Leute und große Reden konnten sie nicht. Aber diesmal mussten sie einfach reden und überall davon erzählen; und wahrscheinlich haben sie sogar herzlich gelacht und laut und innig gesungen, die Melodie der Engel noch im Ohr: Ich steh an Deiner Krippe hier … Komm mit!

Und der Friede Gottes, der höher ist als wir begreifen, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen