Benefizkonzert in der Johannesgemeinde

Zu einem Lieder- und Arienabend mit abwechslungsreichem Programm lädt am Sonntag, 28.Januar um 19:00 Uhr die junge Sopranistin Laura Volk mit ihren Kommilitoninnen in die evangelische Johannesgemeinde Bühl. Laura Volk, selbst aufgewachsen und musikalisch geprägt in den verschiedensten Institutionen Bühls und lange Jahre Mitglied des einst in der Johannesgemeinde gegründeten Sternfängerchores, beendet in diesem Monat ihr Bachelorstudium Operngesang an Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim.  Gemeinsam mit Kollegin Ramona Schmöker präsentiert sie nun zur Vorbereitung auf ihr Abschlusskonzert das Prüfungsprogramm in der Johanneskirche als Benefizkonzert zu Gunsten der Organisation „Seawatch“, die sich um die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer kümmert. Auf dem Programm stehen verschiedene Lieder und Arien von Bach bis Lehár, begleitet werden beide Künstlerinnen von Yeowon Kim und Eunyoung Lee am Klavier. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Unsere Termine bis 2. Februar

Montag, 22. Januar

15:00 Uhr Treffen der Älteren Generation

16:30 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse

18:30 Uhr Singkreis

19:00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”, 20:00 Uhr Posaunenchor

 

Dienstag, 23. Januar

20:00 Uhr Bibelgesprächskreis

 

Mittwoch, 24. Januar

14:45 und 16:15 Uhr Konfirmandenkurs

19:30 Uhr Expedition durch die Bibel

20:00 Uhr Konfirmanden- Elternabend

 

Donnerstag, 25. Januar

10:00 Uhr Seniorenkochtreff “Gemeinsam Genießen”

17:00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

19:30 Uhr Jugendhauskreis, 14-täglich

20:00 Uhr Gesprächsrunde über den Glauben: Alles hat seine Zeit, Pfarrer Häuser

 

Freitag, 26. Januar

9:00 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

15:00 Uhr Sport- Spiel- Spaß Jugendkreis in der ASS

18:00 Uhr Flötenkreis

19:00 Uhr Jugendkreis

 

Montag, 29. Januar

16:30 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse

18:30 Uhr Singkreis

19:00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”, 20:00 Uhr Posaunenchor

 

Mittwoch, 31. Januar

9:00 Uhr Ökumenisches Frauenfrühstück: “Gewöhne dein Herz an die Ewigkeit- Entdecke was wirklich zählt”, Kinderdiakonin Ute Gatz

14:45 und 16:15 Uhr Konfirmandenkurs

 

Donnerstag, 1. Februar

17:00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

19:30 Uhr Jugendhauskreis, 14-täglich

 

Freitag, 2. Februar

9:00 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

15:00 Uhr Sport- Spiel- Spaß Jugendkreis in der ASS

18:00 Uhr Flötenkreis

19:00 Uhr Jugendkreis

20:00 Uhr Jugendcafé Colored Break

 

Samstags

10:00 Uhr Versammlung der Aussiedler

 

Sonntags

14:00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Das glaub ich (nicht) – Glaubenskurs 2018

Glauben entdecken 2018 – für Glaubende und Zweifler

Die Kirchengemeinde lädt zum Glaubenskurs 2018 ein. Das Team freut sich auf interessierte Gesprächspartner, die gerne mit anderen über die zentralen Fragen des christlichen Glaubens nachdenken und reden möchten. An sechs aufeinanderfolgenden Donnerstagabenden stehen folgende Themen auf dem Programm: was heißt das „Glauben“; wer ist der „liebe Gott“; warum lässt Gott das Leiden zu; wer war und ist Jesus Christus …?

Jeder Abend beginnt mit einem kleinen Imbiss, gefolgt von einem Vortrag zum Thema. Vor allem aber soll es Zeit zum Reden geben und Gelegenheit, eigene Erfahrungen, Fragen und Standpunkte einzubringen.

Der Kurs beginnt am 15. Februar im evangelischen Gemeindezentrum (Johannesstraße 5); weitere Termine: 22. Februar, 1., 8., 15. und 22. März, (jeweils 19.30 bis 21.30 Uhr). Infos und Anmeldung im Gemeindebüro (Tel. 22704) oder über glaubenskurs@evkirchebuehl.de.

Flyer Glaubenskurs 2018 zum Download (PDF)

Mit einem Klick zur Seite „Glaubenskurs.“

 

Unsere Gottesdienste im Januar

Donnerstag, 11.1.18

Krankenhauskapelle 14 Uhr Atempause-Gottesdienst

 

Freitag, 12.1.18

Erich- Burger- Heim 15.30 Uhr Gottesdienst

 

Sonntag, 14.1.18

Johanneskirche 10 Uhr Gottesdienst mit Bibelbande und Minikirche

 

Sonntag, 21.1.18

Johanneskirche 10 Uhr Gottesdienst mit Minikirche und Bibelbande

 

Freitag, 26.1.18

Erich- Burger- Heim 15.30 Uhr Gottesdienst

 

Sonntag, 28.1.18

Johanneskirche 10 Uhr Gottesdienst mit Minikirche und Bibelbande

Unsere Termine bis 19.1.

Montag, 8. Januar

16:30 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse
19:00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”

20:00 Uhr Posaunenchor

Dienstag, 9. Januar

20:00 Uhr Bibelgesprächskreis

Mittwoch, 10. Januar

14:45 und 16:15 Uhr Konfirmandenkurs
19:30 Uhr Expedition durch die Bibel

Donnerstag, 11. Januar

10:00 Uhr Seniorenkochtreff “Gemeinsam Genießen”

14:00 Uhr Atempause – die Andacht in der Krankenhauskapelle

17:00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

19:30 Uhr Jugendhauskreis, 14-täglich

Freitag, 12. Januar

9:00 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

15:00 Uhr Sport- Spiel- Spaß Jugendkreis in der ASS

18:00 Uhr Flötenkreis

Montag, 15. Januar

16:30 Uhr Kindergruppe KiKi für Kinder ab der ersten Klasse

18:30 Uhr Singkreis
19:00 Uhr Posaunenchor “Tiefes Blech”

20:00 Uhr Posaunenchor

Mittwoch, 17. Januar

14:45 und 16:15 Uhr Konfirmandenkurs

Donnerstag, 18. Januar

14:00 Uhr Treffen Allein- Erziehender, ein Angebot des Diakonischen Werks

17:00 Uhr Jungschargruppe JAM für Kinder der vierten bis siebten Klasse

18:45 Uhr Meditatives Tanzen

19:30 Uhr Jugendhauskreis, 14-täglich

20:00 Uhr Ökumenisches Stadtgebet in der Johanneskirche Bühl

Freitag, 19. Januar

9:00 Uhr Krabbelgruppe Sonnenkäferkinder

15:00 Uhr Sport- Spiel- Spaß Jugendkreis in der ASS

18:00 Uhr Flötenkreis

Samstags

10:00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Sonntags

14:00 Uhr Versammlung der Aussiedler

Dass wir Gottes Kinder heißen sollen, Predigt über 1. Johannes 3, 1-2

 

Christfest 2017 / Johanneskirche Bühl

 

I

„Sieh nicht an, was Du selber bist“ – ein unbekanntes Weihnachtslied von Jochen Klepper. Ein Lied gegen die festen Bilder, die wir im Kopf haben, die festgefügten Bilder nicht nur von anderen Menschen, sondern auch von uns selbst. Ein Ansingen gegen die persönlichen Festlegungen und die eigene Mutlosigkeit, wenn sich nach so viel Weihnachten feiern und Heiliger Nacht mein Glauben und Leben immer noch nicht spürbar deutlich erneuert haben. Klepper rüttelt uns in diesem Lied brüderlich auf: bleib nicht an Deiner alten eingespurten Perspektive hängen. Übe es beharrlich, Dich selbst von Gott her neu zu sehen. Weil er uns – das hören wir heute wieder im Bibelwort zum Weihnachtsfest – weil Gott uns offenkundig völlig anders anschaut als wir selbst. Allerdings klingt der folgende Abschnitt aus dem ersten Johannesbrief erst mal nicht sehr weihnachtlich. Weil die vertrauten Requisiten fehlen: der Stall, Maria, die Krippe und das Christuskind. Und doch führt uns der folgende Abschnitt geradewegs in das Geheimnis des Weihnachtswunders hinein.

Lesung: 1. Joh 3,1-2

Gebet:    Lieber Vater. Zeig uns, was das heißt, dass wir durch Christus Deine Kinder geworden sind. Amen

 

II

Was das mit Weihnachten zu tun hat? Ganz einfach – und von wegen einfach: Gott ist ein Menschenkind geworden, damit wir Menschen Gottes Kinder werden! Noch einmal: Gott ist ein Menschenkind geworden in Jesus Christus, Marias Sohn, der Neugeborene in der Krippe. Damit wir im Gegenzug Gottes Kinder werden und in seine Familie aufgenommen werden! Darum geht es hier: um Gottes Weihnachtsgeschenk: dass wir durch Jesus Christus seine Kinder geworden sind! Wohlgemerkt – das steht hier extra: dass wir es durch Jesus Christus sind, auch wenn Du’s noch nicht fassen kannst!

 

Ich erinnere mich gut, wie ich als kleiner Junge allein zum Bäcker gehen durfte. Ich reichte damals noch nicht wirklich an die Ladentheke heran, konnte mich aber zwischen den anderen Kunden kaum bemerkbar machen. Aber irgendwie gelang es doch und ich war endlich dran. Nur war die Frage an mich dann nicht etwa: was darf‘s denn sein? Sondern „wem g’hörsch du“ (wem gehörst Du?). Wem ich gehöre? Die Frag fand ich damals seltsam und doof. Wem soll ich denn gehören? Niemandem, höchstens mir selbst. Ich weiß nicht mehr, was ich damals gesagt habe, die Weckle hab ich schließlich bekommen. Aber später hab ich schon verstanden, dass es darum ging: wohin gehörst Du? Wo bist Du zuhause? Wer sind Deine Eltern, und wer gehört noch zu Deiner Familie?

 

Das ist eine der Schlüsselfragen unseres Lebens: die Frage nach der Herkunft und nach der Zugehörigkeit, nach der Familie, in der ich aufgewachsen bin. Denn meine Familie hat mich geprägt bis tief in mein Denken und Empfinden hinein. Und auch wenn ich – das muss so sein – wenn ich mich mit der Zeit aus meiner Herkunftsfamilie löse, und wenn ich kritisch werde, und manche Dinge anders sehe und anders halte, so geschieht doch auch das in der Auseinandersetzung mit meiner Familie – manchmal unbedacht, manchmal auch sehr konkret und spannungsvoll. Denn wir tragen sie ein Leben lang in uns: die Mutter und den Vater – obwohl das manchmal mit zum Schlimmsten gehört, was andere uns sagen können: „wie deine Mutter / ganz wie Dein Vater“. Denn manche Erbstücke würden wir gerne zurückgeben oder wenigstens umtauschen. Aber auch hier hilft erst mal der Perspektivwechsel zu den wirklich guten Prägungen und zu den kostbaren Erfahrungen, die wir unseren Eltern verdanken: mein Leben, meine einzigartige Gestalt, manche Begabungen und so manche „Lerngeschenke“, an denen wir uns standhaft abarbeiten. Da also kommen wir her. Und aus diese Familiengeschichte und meine Familiengeschichte gehört unlösbar mir dazu. Es gibt niemanden, mit dem ich gleichermaßen eng verbunden bin so wie mit meinen Eltern und später – wenn es mir gegeben ist –mit meinen Kindern. Denn im Unterschied zu Freunden und auch zum Lebenspartner haben wir als Kinder und Eltern einander nicht ausgesucht und dann bei Amazon bestellt, mit Rückgaberecht. Sondern wir haben einander einfach so empfangen so wie wir nun mal sind. Diese Art der Beziehung ist einzigartig, manchmal auch schwierig, für Eltern wie für Kinder. Und doch gehört diese tiefe Nähe und unauflösliche Verbundenheit mit zum Wunderbarsten, was es gibt. Wie nah liegen manchmal die Momente beieinander, in denen ich meine Kinder auf den Mond schießen könnte und ein paar Augenblicke bin ich einfach nur begeistert und dankbar (nicht nur abends, wenn sie schlafen).

 

III

Darum ist Kindsein – wenn es gut geht – etwas Herrliches, dieses unverschämte schöne Recht der Kinder, jederzeit bei ihren Eltern Nähe, Schutz und Wärme zu bekommen, jederzeit auf ihren Schoß klettern zu dürfen. Klein sein und noch üben dürfen und manchmal unerträglich sein dürfen und alles den Eltern zumuten. Natürlich reagieren Eltern auch und setzen Grenzen. Doch kommt es dabei niemals zum Verlust der Kindschaft. Das Kindsein bleibt. Es ist nicht aufkündbar. Und das bedeutet für die Kinder eine herrliche Geborgenheit und Sicherheit und schafft erst jenen Freiraum, in dem sie sich entfalten können, lernen, auch Fehler machen dürfen, mal in den Tag hinein leben. – So ist das, wenn es gut geht mit der Elternschaft. Dass es nicht immer nur gut geht, dazu könnte hier vermutlich jeder etwas beitragen – eigene und fremde Geschichten. Aber bleiben wir beim Positiven, zumal es in unserem weihnachtlichen Bibelwort gar nicht um menschliche Eltern geht, sondern um Gott als Vater, um Gott, der in Jesus Christus auch unser Vater geworden ist.

 

Das nämlich ist der Punkt. Dass wir durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes in ein neues Verhältnis zu Gott kommen, das es vorher so nicht gab. Wir werden durch Jesus Christus etwas, was wir aus uns heraus nicht waren und nie geworden wären: Gottes Kinder, nicht mehr nur Kinder unserer Eltern, sondern nun auch von Gott her angenommen als sein Kind.

 

Allerdings nicht in dem Sinn, wie Jesus Christus Gottes Sohn ist. Nachher werden wir es im Bekenntnis aussprechen: er ist eines Wesens mit dem Vater und hat seinen ewigen Ursprung in ihm. So ist das bei uns natürlich nicht. Wir sind nicht göttlich. Aber Gott hat uns – so steht es hier: Gott hat uns als seine Kinder angenommen, also adoptiert. Und zwar – so gilt das auch in unserem Adoptionsrecht – mit allen Rechten und Pflichten. Darum ist davon die Rede, dass Christen das Reich Gottes „erben“ werden. Die Erbberechtigung ist Ausdruck jener unauflöslichen Beziehung, in die uns Gott hineinversetzt hat.

Und das ist wirklich umwerfend und stark! Denn schließlich hätte Gott uns auch zu seinen Dienern machen können; davon ist ja in der Bibel auch die Rede: ein klar geregeltes Abhängigkeitsverhältnis und nicht ganz so eng; damit hätte Gott sich manche Scherereien erspart. Oder er hätte einfach Freundschaft mit uns schließen können; auch das wäre lockerer, denn eine Freundschaft kann man notfalls kündigen. Aber all das hat Gott nicht genügt. Das war ihm zu weit weg von uns. Er wollte nicht weniger als unser Vater werden: in Jesus Christus, der ein Menschenkind geworden ist, damit wir Gottes Kinder werden! Durch dieses Gotteskind und Menschenkind in der Krippe, durch jenen Mann aus Nazareth, am Ende den Gekreuzigten und Auferstandenen hat Gott von sich aus sich so eng und unauflöslich an uns gebunden wie es überhaupt nur geht. Er hat uns zu seinen Kindern gemacht. Nicht mehr Geschöpfe nur, das sind alle Menschen, sondern – seit Weihnachten und durch den Christusglauben – Kinder Gottes. Das ist ein unermesslich schönes und starkes Geschenk. Weil die Frage „wem g‘hörsch Du?“ und „wo gehörst Du hin?“ eine neue Antwort bekommen hat – die mich auch gegenüber meiner Menschenfamilie in ein neues Verhältnis setzt und manchmal auch befreit: Gott hat mich adoptiert. Er hat sich ganz bewusst für mich entschieden. Er hat mich nicht einfach bekommen, so wie Eltern ihre Kinder bekommen und erst mal noch gar nicht wissen, was das wohl für einer werden wird. Nein, Gott hat Bescheid gewusst über uns und hat sich dann für uns entschieden. „Du bist mein geliebtes Kind“ – das Lied singen wir immer wieder bei Tauffeiern. „Du bist mein geliebtes Kind! Kinder dürfen kommen wie sie sind. Du bist mein geliebtes Kind; komm, tauch ein in meine Liebe. Du bist mein, ich vergebe Dir / umgebe dich / belebe Dich mit meiner Liebe!“ Gott hat sich entschieden und nimmt das nicht zurück, mit Erbrecht und allem drum und dran. Er hat Dich angenommen als sein geliebtes Kind und nimmt es nicht zurück. Gottes Entscheidung für Dich steht fest, unauflöslich. Gott hat sich festgelegt in Jesus Christus!

 

IV

Wir können das nicht immer wirklich glauben und begreifen, vor allem wenn wir mit uns selber hadern. Ein paar Anregungen zum Umgang mit unserer Unsicherheit:

>   „Rasmus und der Landstreicher“ lesen (Astrid Lindgren); der Waisenjunge erfährt immer wieder: potentielle Adoptiveltern wollen immer nur Mädchen mit blonden Locken, aber keinen Jungen mit glatten widerspenstigen Haaren. Das entspricht oft unserer Gemütslage: Gott kann mich nicht wirklich wollen, die anderen vielleicht bestimmt eher als mich, und nicht so wie ich gestrickt bin … – Gott will gerade dich! Rasmus bekommt am Ende auch seine Eltern, die gerade ihn und keinen anderen als ihr Kind annehmen möchten

>   Vaterunser – beten, die Anrede reicht schon aus. Mal nur mit dieser Anrede beten, Gott immer wieder so ansprechen

>   Brüder und Schwestern in der Großfamilie der Gemeinde schätzen und diese besondere Gemeinschaft pflegen

>   Abendmahl als Gemeinschaft am Familientisch erfahren

>   Nachlesen und Hinhören im 1. Johannesbrief: Der Autor jener Zeilen im ersten Johannesbrief hat um unsere Zweifel gewusst. Darum hat er jenes große Versprechen auch für seine Leser noch einmal deutlich unterstrichen: Seht, welche ein Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Wir sind es auch!

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als wir begreifen, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Gott wird ein Kind – Predigt über Lukas 2, 1-15

 

Christvesper 2017 / Johanneskirche Bühl

 

Dieses kleine Mädchen haben die meisten Betrachter unserer schönen Weihnachtskrippe bisher vermutlich übersehen. Man sieht sie nicht gleich auf den ersten Blick. Sie ist klein, steht ein wenig im Halbschatten und wird von den großen Figuren verdeckt. Im Kreis der einzigartigen und ein wenig extravaganten Tonfiguren ist sie eine der kleinsten und leichtesten. Aber sie steht der Krippe am nächsten und – natürlich abgesehen von Maria und Josef – so dicht wie dieses Kind ist niemand sonst beim Jesuskind. Die beiden verstehen sich, denk ich mir – sie sind in etwa auf Augenhöhe: die Kleine und der Säugling auf Marias Schoß. Mit großen Kinderaugen staunend und mit einem verwunderten Lächeln auf den Lippen steht dieses Mädchen an der Krippe. Nur heute Abend steht sie ausnahmsweise hier, zum ersten Mal so prominent und erhoben auf den Altar. Uns schaut sie heute Abend an. Und wahrscheinlich ist sie ein bisschen verlegen vor so vielen Leuten. Aber sie hat uns etwas Wichtiges zu sagen. Denn sie ist nicht dazu gemacht, das Figuren-Ensemble um die Krippe herum dekorativ zu erweitern. Sondern sie steht für etwas Entscheidendes. Nämlich für die erstaunliche Entscheidung Gottes, nicht einfach ein Mensch zu werden, sondern ein Menschenkind! Nicht als Erwachsener ist er in Erscheinung getreten oder als Halbwüchsiger, mit großem Getöse aus dem Off gesprungen und mit glitzerndem Konfettiregen auf der Weltbühne erschienen oder auch nur mit einem deutlichen und starken Auftritt. Sondern als Kind ist Gott gekommen, am Anfang noch viel kleiner als dieses Mädchen, unfähig zu laufen und zu sprechen, zahnlos, durstig und erschöpft, etwa 3000 Gramm schwer (drei Milchtüten) und blutverschmiert, mit einem abgeschnitten Nabelschnurstückchen unter der vermutlich nicht sehr reinlichen Windel! Das war nicht wirklich aufregend, eher gewöhnlich. Und keine antike Gottheit etwa bei den Griechen oder den Römern wäre jemals auf die Idee gekommen, sich derart ungünstig in Szene zu setzen: in einem primitiven Unterschlupf und ohne irgendeine Waffe, also ohne Macht und Schutz. Ohnehin hatten Kinder in der damaligen Gesellschaft keinen leichten Stand. Bei den Römern waren sie restlos den Erwachsenen ausgeliefert; der Vater entschied nach der Geburt über Leben und Tod, ob ein Kind angenommen oder verworfen wurde, vielleicht sogar versklavt oder verkauft. Bei den Juden war es besser. Aber dass Gott – und mit diesem Ursprung und Anspruch wird Jesus von Beginn an in den Erzählungen der Bibel gezeigt – dass Gott nicht nur ein Mensch wird, sondern tatsächlich ein Kind, das war und ist gelinde gesagt sehr ungewöhnlich!

 

Aber darum geht es. Gott wird nicht einfach Mensch. Sondern er wird gezielt und mit Ansage ein Kind! Ein neugeborenes und ein entsprechend unselbständiges und hilfloses Kind! Was das bedeutet, dem gehen wir heute nach. Und zwar – die Zahl passt zu meinen vier Kindern – in vier kurzen Denkanstößen. Und wenn am Ende einige unter uns ebenso mit großen Augen staunen wie dieses Kind – ihr müsst sie euch nachher mal anschauen, diese Augen. Wenn wir am Ende auch so ins Staunen geraten im Anblick des Jesuskinds …

 

 

Vier Anstöße zum Staunen also, nämlich darüber:

  • dass Gott so klein wird!
  • dass Gott sich entwickelt in diesem Menschenkind!
  • dass Gott die Machtansprüche auf den Kopf stellt!
  • und dass Gott so bezwingend liebevoll um uns wirbt! Dass Gott so klein wird. Dass der Größte sich das antut: neun Monate im Bauch seiner menschlichen Mutter verborgen, immerzu wachsen, Arme und Beine ausstrecken nach und nach, Lungenreifung und schon ganz früh hören, was Maria sagt und wie sie singt. Neun Monate – die hat Jesus, Gottes Sohn, nicht übersprungen. So viel Zeit muss sein, wie alle anderen Menschen auch, so wie wir alle auch. Und dann – vor zweitausend Jahren noch viel gefährdeter als heute bei uns: die Geburt, Hinausdrängen und hinaus getrieben werden aus dem warmen engen Leib in eine kalte weite Welt. Und von nun an selber atmen müssen und selber essen – dieser Durst von Anfang an, dieser unstillbare Durst nach Leben. Und von nun an eingebunden sein in eine Familie, auch wenn es damals bei Jesus eine Art Patchworkfamilie war: Mutter und Pflegevater und später einige Geschwister. Ein Netzwerk, ein Beziehungsgeflecht, das bleibend zu uns gehört, aus dem wir nicht herauskommen, dem wir fast alles verdanken, das uns mitunter einengt und behindert, in dem manche von uns bleibende Schäden erfahren, Zuweisungen – den Stammbaum hab ich mir nicht ausgesucht – und Verletzungen, übergangen und missachtet werden … All das Gute wie das Schwierige, dieses unentrinnbare Geflecht, diesen bergenden Schutzraum der Familie, die mich trägt; aber eben auch die Zwänge, mein Gesicht und meine Gestalt, mein Erbgut und so manche Altlasten. – All das hat Gott in Jesus Christus auch erfahren. Das, was uns im Leben ausmacht, was Menschen prägt und formt, manchmal auch verformt, hat Gott am eigenen Leib erfahren! Das wollte er kennenlernen und mit uns teilen. Keiner, der von oben herab sagt „ich versteh dich“, sondern, der es selbst erlebt hat und weiß, was es bedeutet. Dafür hat Gott sich eingeschränkt, dafür hat er sich klein gemacht und hat sich die Verstrickungen einbinden lassen, schöne und schuldbeladene Verbindungen, schwere Erfahrungen und gewiss auch wunderbare Momente. Da wollte er hin, in meinen Lebensraum, in deine Lebensgeschichte, aber auf Augenhöhe und darum ohne alle überirdische Macht und Größe und Herrlichkeit. Darum ist Gott Mensch geworden, ein Kind, weil er sich nach Dir sehnt und um Dein wirkliches Leben zu teilen!III Weil uns – und das ist der dritte Impuls: weil uns – warum auch immer – die eigene Macht und unsere Selbstbehauptung wichtiger geworden sind als die Beziehungen, in denen wir leben, auch und vor allem die Beziehung zu Gott. Und eben das stellt Gott heraus in seinem waghalsigen Entschluss, ein Mensch zu werden. Er stellt unser zerstörerisches Machtgebaren bloß, dieses Gehabe und Aufplustern, das wir alle gut drauf haben auf unterschiedliche Weise, unsere Überheblichkeit und Rechthaberei, unsere Kleinkariertheit, das gewaltsame Draufhauen und Brüllen oder das feine stille Strafen, diese vielen Spielarten, in denen wir uns und einander belauern und belasten und beschweren. „America first“ – da hat nur einer unverblümt und unverschämt ausgesprochen, was die anderen auch im Stillen denken und praktizieren; „America“ ist eine Variable, ein Platzhalter für viele! Klar wird es einsam an der Spitze oder auch im tiefen Keller, in den ich mich zurückziehe. Und klar ist es keine Lösung, die andern einfach machen zu lassen – davon werden unsere gestörten Beziehungen nicht heil. – Und Gott? Nimmt das todernst und nimmt es darum mit Humor und stellt unser System, das so viel Einsamkeit und Verlorenheit produziert – stellt Gott zum Weihnachtsfest uns völlig auf den Kopf! Denn wie sollen wir das sonst verstehen, dass Gott ein Mensch wird, dass der Größte und Mächtigste ein schutzbedürftiges Kind wird; dass der Gewaltige und Ewige ein verletzlicher und sterblicher Mensch wird!? Damit überrascht und entlarvt er uns alle. Damit entwaffnet er uns – genial – runter mit dem Schwert und runter mit dem Schild. Damit befreit Gott uns alle, damit bezwingt er uns, durch dieses Kind.V
  • Und der Friede Gottes …
  • Denn das ist der letzte Impuls! Dass Gott in Jesus Christus, in diesem Kind im Stall in Bethlehem, dass Gott hier so innig und so liebevoll und so bezwingend menschlich um uns wirbt. Denn wer kann einem Kind schon widerstehen? Wer wollte nicht, wenn er ein Baby sieht, es in die Arme schließen, tragen wiegen, schützen? Und wer müsste nicht auch lächeln, wenn ihn ein Kind anstrahlt, zahnlos und unverstellt? Gott haut nicht drauf, auch wenn er’s könnte und wir es manchmal gerne hätten und nicht begreifen, warum er es nicht tut. Aber Weihnachten war schließlich erst der Anfang. Und da haut Gott nicht drauf, der Herr der Welt. Sondern er schaut mich durch die Augen dieses Kindes an. Er berührt mich durch seine Bedürftigkeit. Er bezwingt mich durch seine unverstellte Liebe, durch seine Zuwendung zu mir, durch seine Verneigung vor dem Menschen, durch seinen starken und entwaffnenden Humor und durch die Ehrfurcht und das Staunen darüber, dass der Gewaltige mir so begegnet, dass Gott Dir so begegnet – in einem neugeborenen Kind. Das willst Du aufheben und in die Arme nehmen. Und wirst gerade so selbst aufgehoben und umarmt von Gott in Jesus Christus! Was das bedeutet, dass Gott Dich durch die Augen dieses Kindes anschaut, durch Jesus Christus? – Lass Dich anschauen bis in die Tiefe Deines Lebens. Lass Dich anrühren von Gottes unbändiger Liebe, von seiner Freude über Dich!
  • IV
  • Doch mit dieser Entscheidung Gottes ist etwas Zweites, Ungewöhnliches verbunden. Gott hat sich eingelassen auf eine menschliche Lebensgeschichte und damit auf eine Lern- und Entwicklungsgeschichte. Das ist ein seltsamer Gedanke, dass Gott in Jesus Christus etwas Neues gewagt und „gelernt“ hat. Gott, der eine Grenze überschreitet und nicht nur seine Menschen studiert und betrachtet, sondern einer von ihnen wird. Ist Gott im besten Sinne neugierig? Verändert er sich? Entwickelt er sich und ist er selber noch nicht fertig? Ich formuliere das vorsichtig als Fragen. Weil es zu unserem Gottesbild im Allgemeinen nicht so wirklich passt. Und doch wird in der Weihnachtsgeschichte deutlich und in der Lebensgeschichte Jesu und in seiner Todes- und Auferstehungsgeschichte, dass Gott nicht der philosophisch gedachte „unbewegte Beweger“ ist. Gott ist keine überirdische und weit über allen Alltäglichkeiten schwebende oberste Instanz. Sondern Gott ist in Bewegung und Erregung. Gott riskiert was und setzt sich selbst aufs Spiel. Er setzt sein Leben aufs Spiel. Und handelt dabei leidenschaftlich. Er gibt sich ohne Rückhalt hin und wagt den Grenzübertritt vom Schöpfer zum Geschöpf. Allerdings nicht so wie ein Wissenschaftler aus Interesse an Erkenntnis. Sondern aus Sehnsucht nach uns Menschen, aus Liebe. Um uns zu sich zu ziehen in seine Gemeinschaft und zurück in das Leben, zu dem wir eigentlich bestimmt waren und das wir doch verlassen und verloren haben.
  • II
  • Viermal Kinderüberraschung sozusagen. Aber wahrlich kein Kinderkram!

Unsere Gottesdienste an Weihnachten und zum Jahreswechsel

 

 

Heiligabend – Sonntag, 24.12.2017

15.30 Uhr Familiengottesdienst mit Kindermusical

17.30 Uhr Christvesper

22.00 Uhr Christmette

 

1.Weihnachtstag – Montag, 25.12.2017

9 Uhr   Gottesdienst in der Krankenhauskapelle

10 Uhr Festgottesdienst mit Abendmahl

 

2.Weihnachtstag – Dienstag, 26.12.2017

10 Uhr Festgottesdienst mit Wunschliedersingen

 

Silvester – Sonntag, 31.12.2017

17.30 Uhr Jahresschlussgottesdienst mit Abendmahl

 

Sonntag, 7.1.2018

10 Uhr Gottesdienst